Ich biete in der aktuellen Zeit der Corona-Krise- psychotherapeutischen Behandlungen via Internet (TheraPsy), Signal oder auch über das Telefon nach den üblichen Regeln an und bin unter
0699/19222255 oder ammar@psychotherapie-1220-wien.at zur Terminvereinbarung erreichbar.

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INTEGRATIVE GARTENTHERAPIE

Zurück zur Natur – ist das Credo der heutigen Zeit!


Durch ein Zuviel oder ein Zuwenig an Arbeit, Menschen, Sinneseindrücken oder Natur werden Menschen krank – sie sind über oder unterfordert, gereizt, gestresst oder gelangweilt - es fühlt sich sinnlos an.


Da wir Naturmenschen sind – wirkt Natur beruhigend und anregend gleichermaßen.
Haben wir uns von der Natur entfernt, dann haben wir uns auch von der eigenen Natur entfernt und somit entfremdet. Durch diese Naturentfremdung – auch „Natur-Defizit-Syndrom“ genannt, können psychischen Erkrankungen gut erklärt werden. Die neusten Wissenschaften haben erkannt, dass Depressionen oder Ängste jeder Art aber auch Psychosen durch ein Zuviel an Stress und ein Zuwenig an Natur erklärbar sind.


Mir selbst ist das Sein oder Tun in der Natur ein persönliches Anliegen, denn wir sind nicht nur ein bio-psycho-soziales, sondern auch ein ökologisches Wesen, welches durch die Wissenschaft bereits mehrfach bestätigt wurde und ich selbst bei mir gut kenne.


Durch diese persönliche Motivation habe ich mich auf den Weg gemacht, diesen mir wichtigen Aspekt auch in die Psychotherapie mit einzubeziehen und einen Lehrgang zur Akad. Expertin für Gartentherapie an der Donau-Universität Krems absolvieren.

Was ist Gartentherapie?

Je nach Grundausbildung der ausführenden Personen gibt es verschiedene Definitionen.

Das wissenschaftlich gut elaborierte psychotherapeutische Verfahren der INTEGRATIVEN THERAPIE, deren Vertreterin ich bin, integriert die Gartentherapie als Methode in den psychotherapeutischen Prozess und bezieht zum Gespräch und der Reflexion gartenpraktische oder/ und naturbezogene Interventionen sowie Leibübungen mit ein.

Dieser bestätigt, dass der ökologische Aspekt in die Psychotherapie einbezogen werden soll, was die meisten anderen Fachrichtungen noch nicht machen.

Ihr Erkenntnisprozess kann von der Lehre der Achtsamkeit mit sich selbst und mit Pflanzen sowie im Alltag, bis hin zur Erlebnisaktivierung, der Entfaltung der Persönlichkeit bis hin zur Bewusstseinsarbeit mit dem Ziel der Sinnfindung, der Nachsozialisation und Stärkung des Grundvertrauens, der Selbstwirksamkeit und des Selbstwertes reichen. Wesentlich dabei ist der Prozess vom Wahrnehmen mit allen Sinnen bis zum Erfassen und Erkennen, weiter zum Verstehen dem Erklären bis zu Ihren neunen Handlungen.


Wie ist die gemeinsame Vorgehensweise?

Wir vereinbaren telefonisch oder per Mail einen Termin. Das Erstgespräch findet bei mir in der Praxis statt und dient vor allem dem Kennenlernen, sowie dem gemeinsamen entscheiden, ob die Methode Gartentherapie im Rahmen Ihrer Psychotherapie in Ihrem Garten, Balkon oder Terrasse die beste Vorgehensweise für Sie ist. Dabei klären wir Ihre individuellen Fragestellungen.

Vielleicht entscheiden wir uns zum Beispiel auch für eine Kombination aus Sitzungen in meiner Praxis und bei Ihnen im Garten, Terrasse oder Balkon. Wenn wir uns für die Methode Gartentherapie entscheiden, kann bereits unser zweiter Termin in Ihrem Garten, Terrasse oder Balkon stattfinden, wobei dies abhängig von Tageslicht und Witterung ist.

Sollten Sie nicht aktivgärtnerisch an diesen Themen arbeiten wollen, aber ein naturtherapeutisches Vorgehen wünschen, erfolgt der Prozess in meinen Praxisräumen oder in der Natur, nächst dem Praxisraum.

Möglich sind: Einzelsetting, Gruppensetting, als Selbsterfahrung, Beratung, im Rahmen Ihres Teamfindig, im Rahmen eines Workshops (siehe auf der Homepage unter Naturtherapie) sowie als Vortrag auf einer Tagung zur Unterstützung bei persönlichen Fragestellungen, Stress und psychischem Leid mit und ohne Krankheitswert.

Wie verläuft der psychotherapeutische Gartentherapieprozess ab?

Es wird mit dem Garten als Medium und im Garten als Raum, sowie mit Pflanzen oder während eines Spazierganges gearbeitet. Achtsamkeits- und leibbezogenen Übungen u.a. das Genusstraining werden integriert.

Wie Sie und ich im Detail jedoch gemeinsam vorgehen ist ganz individuell und wird persönlich besprochen und vereinbart. Zu entscheiden gilt lediglich, ob Sie lieber durch aktives Arbeiten im Garten aber auch aktives Sein (Achtsamkeitspraxis) an Ihren bio-psycho-sozialen-ökologischen Prozess herangehen wollen.

Selbstverständlich ist auch beides möglich, da auch im täglichen Leben Arbeitsphasen und Pausen eingelegt werden sollen.

Da der Garten selbst viele Möglichkeiten bietet, ist das Arbeiten im Garten, Terrasse und Balkon etc. sehr facettenreich und kreativ als Gemeinschaftsprojekt zu sehen.


Folgende Analogien sind dabei denkbar:



Aussähen von Samen - für den optimistischen Blick in die Zukunft

Bodenverarbeitung regt zur Selbstbeobachtung an und klärt verschiedene Fragen z. B. Wie gehe ich an Aufgaben oder Herausforderungen heran? Wie stabil bin ich?

Einebnen einer Pflanzfläche - beruhigt und wirkt auf den gesamten Organismus, u.v.m.


In Ihrem Prozess begegne ich Ihnen und Ihren Themen mit viel Herz, Freundlichkeit, Zuwendung und Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Empathie, Ausdauer und natürlich Fachwissen als Psychotherapeutin, leidenschaftlicher Gärtnerin und Naturliebhaberin.

Grundsätzlich können wir – abhängig von Ihrem Wohlbefinden – bei jeder Witterung im Garten/
Terrasse oder Balkon arbeiten. Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur unpassende Kleidung.

Bei Gewitter, Hagel oder Sturm verlegen wir das Setting selbstverständlich in den Innenraum.


Kosten:

Eine Gartentherapie im Rahmen der Psychotherapie dauert 50 Minuten und kann nach Diagnose-stellung gem. ICD-10 bei den Krankenkassen abgerechnet werden.


Zusätzliche Anfahrtskostenpauschalen:

Im 22. Bezirk 10€ pro Termin
Außerhalb des 22. Bezirks 20€ pro Termin


Ich biete Gartentherapie im Rahmen der Psychotherapie nur in einem Umkreis bis zu 30 km an.
Ich bitte um Ihr Verständnis. Wenn Sie von weiter wegkommen, dann können wir durchaus auch naturtherapeutisch in meiner Praxis oder im Freien arbeiten.

Termine können für Freitag Nachmittag vereinbart werden.


Was spricht gegen eine Therapie im eigenen Garten?

Der Garten gehört jemand anderem, der nicht möchte, dass Sie selbst über Veränderungen in diesem Garten entscheiden.

Schwere Allergien oder andere medizinische Indikationen, die einem Aufenthalt im Freien entgegenstehen.

Wenn Sie unter Ängsten leiden, Ihr Zuhause (inklusive Ihres Gartens) zu verlassen, ist diese Form der Gartentherapie im Allgemeinen kontraproduktiv, da sie durch Stützung des Vermeidungsverhaltens
das Krankheitsbild aufrechterhalten würden. In diesem Fall empfehle ich eine Naturgestützte Therapie in meiner Praxis.

Wirkung von Gartentherapie im psychotherapeutischen Prozess


„Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten“.

 

 

Prinzipiell sind 5 Bereiche gut untersucht:

 

die Entwicklung von sozialen Kompetenzen und die Reduktion von Beziehungsarmut

die Achtsamkeit und die Wahrnehmungen mit den Sinnen

die Regulierung von Emotionen und Stimmungen

das Denken und die Orientierung sowie

die physische Fitness.

 

Nachweislich sind positive Auswirkungen auch bei folgenden somatischen Erkrankungen erkannt worden:

 

Die Reduktion von Stress und Schmerzerkrankungen


chronischen Erkrankungen

 

Depressionen und Ängste und bei Symptomen wie, Gedankenkreisen, Konzentrationsstörungen, Überempfindlichkeiten, ständige Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie negativem Denken.

 

Durch gemeinsame Gartenarbeit werden Kompetenzen erlernt und forciert, die sich im Prozess rasch zeigen. Diese Kompetenzen wirken sich auf die Selbstwirksamkeit und den Selbstwert aus. Dadurch werden neue Wege sichtbar und können schlussendlich durch das in den Boden bringen … also in die Tat umgesetzt werden.
Damit entwickelt sich das Gefühl sich wieder sinnvoll zu fühlen und sich selbst zu begegnen und zu erleben.

Wie erfolgt die Förderung in der Gartentherapie in den 5 Bereichen genauer?


Gartentherapie fördert die Entwicklung von sozialen Kompetenzen und reduziert Beziehungsarmut:


Gemeinsames Tätig-Sein ist bereits Kommunikation, da jeweils die Haltung, Mimik, Gestik, Haptik

des Anderen wahrgenommen werden und dies einen nonverbalen Austausch darstellt.

Das gemeinsame Tun stärkt den Gemeinschaftssinn und reduziert den Rückzug.

Studien von Wu, gonzales und Kam samt Mitarbeitern haben die Therapieprojekte im psychiatrischen Kontext bereits erhoben, dass Gartentherapie den Widerstand reduziert und so die Motivation fördert.

Durch die gestärkte Motivation verbessert sich das Durchhalten und die Kommunikation verbessert
sich. Dies stärkt die Selbstwirksamkeit und den Selbstwert.

Eine Pflanze als Symbol für das Unaussprechliche kann gesucht werden und klärende Aufgaben, wie
das Aussieben oder das Rächen des Laubes können u.a. Teil der Gartentherapie sein.

Empfehlen möchte ich auch zur Stärkung des persönlichen Netzwerkes, sich ein Haustier anzuschaffen. Genauso den Aufbau und die Pflege eines freundschaftlichen Netzwerkes in dem man erzählen kann „wie einem der Schnabel gewachsen ist – oder in dem man so sein kann wie man ist“.


Denn dies fördert die wechselseitige Empathie, welche wir alle brauchen. Dazugehört auch das sportive oder erwachsenbildnerischen Netzwerk zu stärken, damit der sozio-kommunikative Stil,
durch Training von Kompetenzen und Performanz erfolgen kann.

Gartentherapie entwickelt die Achtsamkeit und Sinneswahrnehmungen:


Oft fehlt die Kommunikation zwischen Reizen und dem körperlichen Ausdruck. Dies zeigt sich besonders bei Bewegungsarmut, psychomotorischer Unruhe bzw. Konzentrationsstörungen.

Gartentherapeutische Intervention können zur Anregung als auch zur Beruhigung genutzt werden.
Tätigkeiten wie das Ernten, Verarbeiten oder Riechen von frischen Kräutern und die Bearbeitung von Beeten dienen für ein Empowerment in Hinblick auf die Regulierung von Spannung und Entspannung.

Interventionen wie, Rasenmähen oder Umstechen erhöhen die Muskelspannung, dabei können innerliche Ruhe abgebaut und das Spüren mit allen Sinnen gefördert werden.

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Angreifen stehen dabei im Zentrum.

Die Studie von Gonzales und seinen Mitarbeitern bestätigt, dass Natur den Schweregrad von
Depressionen reduziert, sowie innere Unruhe und Angstzustände ausgleicht.

Durch die Schulung der Achtsamkeit in der Gartentherapie wird die Wahrnehmung gefördert
und der Blick vom Problem oder den Gedanken hin zur Körperwahrnehmung gelenkt.
Dadurch wird genauso der positive Blick geschult und gleichzeitig Stress reduziert.

Die komplexe Achtsamkeit der Integrativen Gartentherapie wird Teil des Lebens, denn auch im Alltag
ist atmen, gehen, kochen, reinigen zuhöre, etc. möglich.

Dabei ist das achtsame Erkennen von Empfindungen, Gefühlen, Gedanken und die Wahrnehmung während der Verrichtung des Alltäglichen, Teil dieser Arbeit.

Gärtnerische Tätigkeiten lösen auf der körperlich-seelisch-geistigen Ebene Prozesse aus, um die inneren psychischen Prozesse zu stimulieren und die Auseinandersetzung mit der Umwelt zu stimulieren. Die Umwelt und die Tätigkeiten regen zu innerem und äußerem erleben an. Bei diesem Kontakt werden alle Sinne benutzt und persönliche Erfahrung bekommen eine innere Bedeutung. So ist es möglich, dass durch die Bodenvorbereitung grundsätzliches Erleben angesprochen und Ziele
erarbeitet werden können.


Durch diese Arbeit zeigt sich die eigene Kraft, das eigene Geschickt wird spürbar und so ist es möglich, sich auch schwierigen Herausforderungen zu stellen. Dies stärkt die Selbstwirksamkeit und das Erleben sowie den Selbstwert.

Da das Innenleben meist entweder aufgewühlt oder erstarrt ist, kann das Umgraben des Bodens aus dem Erstarrten führen und Rächen des Bodens zur Beruhigung beitragen.


Säen ist der Beginn für etwas Neues auf der gärtnerische und auch auf der psychischen Ebene. Dabei kann das Wachsen der Pflanzen als Bestätigung für das Tun und die Vorfreude auf das Neue genährt werden.

Dieses Erkennen stärkt das persönliche Empowerment.

Das ist der Schritt vor der Selbstfürsorge und führt unweigerlich zum nächsten gartentherapeutischen Schritt, der Pflege, welcher ein Schutz für Pflanzen und den Menschen ist.

Dieser Schritt der dorthin führt ist elementar, denn dies führt zum Bewusstsein zu erkennen, was einem selber gut tut!

Dabei erlernen sie emotional und rational den eigenen Wünschen und Vorstellungen gewahr zu werden und diese mit der eigenen Lebenssituation zu verbinden, gegebenenfalls zu verändern, zu versachlichen und neu zu leben.

Die erste Gartentherapeutin der USA, Alice Burlingame, erstellte eine Aufstellung in Hoe for Health (1974), welche Impulse für Einzel- und Gruppengeschehen ausdrückt.



Unkraut entfernen als Entscheidungsfindungsprozess

einen Blumenstrauß zusammenstellen als eine Selbstwertförderung

Pflanzflächen einebnen als eine Möglichkeit zur Beruhigung

Flächen neu zu gestalten um etwas zur Zufriedenheit beizutragen.


Diese Aufgaben führen unweigerlich zu einer Veränderung der persönlichen Einstellung!

Die phänomenologische Realität des Pflanzens, Hackens und Rechens wirkt sich auf das eigene Sinnessystem aus. Sehen, hören, riechen, spüren und weitere Sinnesmodalitäten wirken auf den Körper des Handelnden zurück. In diesem Zusammenhang sind auch die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse von Kandel, Schwartz & Jessel, (1923) „use it or lose it“ zu nennen. Klaus Grawe (2014) stellte in den damals neusten wissenschaftlichen Forschungen fest, dass das Gehirn einem ständigen Wandel unterliegt, und nennt diese Neuroplastizität.

Damit ist Gartentherapie auch im hohen Alter sinnvoll, denn das Gehirn will trainiert werden, wie auch der Körper, das ganze Leben lang. Der Fachbegriff dafür ist: Multiple sensorische Stimulierung.

Gartentherapie lehrt die Regulierung von Emotionen und Stimmungen:

Hacken, jäten, pflücken, streichen und andere gärtnerische Tätigkeiten sind gute Möglichkeiten Emotionen und Erfahrungen zu verarbeiten. Diese Tätigkeiten lösen positive Emotionen aus. Glücksgefühle werden geweckt und regen an wieder bei sich anzukommen.

Durch das Gestalten im Garten können Gefühle und die verbundenen Gedanken reduziert und verändert werden. Im Rahmen der Tätigkeit, welche aufgabenverbunden ist können Gefühle wahrgenommen, ausgedrückt und konstruktiv verarbeitet werden.

Beim Unkraut zupfen, kann Ärger oder andere Gefühle, Unwille mit Gedanken leicht verbunden und damit angenommen werde.

Auf der Ebene der Phänomene betrachtet, können dazu Fragen gestellt werden. Einerseits auf das neue Erscheinungsbild bezogen nach dem Zupfen aber auch Fragen bezüglich der Auswirkungen auf sich selbst als Teil einer Gruppe oder alleine.


Damit haben Pflanzen unterschiedliche Aufgaben und Bedeutungen in den jeweiligen Prozessen in der Psychotherapie.

Die Attention Restoration Theory nach Kaplan nennt drei wichtige Faktoren für die psychische Gesundheit. Diese können als Faszination, Wegsein und Weite benannt werden.


Durch diese drei Faktoren erhöht sich die willkürliche Aufmerksamkeit, fördert die fehlende Konzentration und reguliert auch heftige Emotionen.

So kann das Grübeln abklingen, sich die Aufmerksamkeit erhöhen und das schon alleine durch das Betreten des Gartens!

Gartentherapie fördert das Denken und die Orientierung:


Tagesstruktur, diagnostische Einordnung, das Wissen über die eingesetzte Methode bieten
Zielformulierungen und damit Orientierung an.

Prinzipiell helfen klare Strukturen, kleine Arbeitsschritte, Pausen und Ziele um Orientierung zu bieten und die Konzentration sowie die Motivation zu verbessern. Tätigkeiten wie, alleine Umtopfen, aussähen oder pikieren tragen zur Reduktion von Ablenkungsreizen bei

Es wird auf das Wissen der Einzelnen gesetzt, das wiederum den Selbstwert stärkt.

Die Arbeit im Garten lässt innere gedankliche Bilder, sogenannte Metaphern wie, Steine aus dem Weg räumen, Kompost und unerwünschte Kräuter, etc. entstehen. Damit wird der Garten ein Ort von symbolischen Handlungen mit Pflanzen und ist eine gute Möglichkeit spätere Entwicklungen zu ermöglichen.

Das Auszupfen von Unkräutern, etwas an der Wurzel packen, oder Früchte der eigenen Arbeit ernten sind auch schöne Sinnbilder in der Arbeit mit Depressiven.

Diese Bilder legen viel Persönliches frei und stellen eine Verbindung zwischen den Aufgaben zum Inneren dar und sind daher persönlich wertvolle Bilder. Diese Metaphern stärken darüber hinaus die Motivation. 

Durch diese Art der Psychotherapie lernen Sie mittels Pflanzen Ihre Probleme anzusprechen und in Folge emotional auszudrücken. Genauso ist ein Teil des Lernprozesses zu erkennen, welche Bedürfnisse Sie haben.


„Das Ernten selbst kann gedanklich-emotionale Prozesse unterstützen und den Weg für weitere
Entwicklungsschritte ebnen“ (Neuberger).

Gedankenkreisen aus wiederholenden, unproduktiven und selbstschädigenden Gedanken,
Beziehungslosigkeit und Isolation sind Begleiterscheinungen bei Depressionen.
Wachsen und Verändern sind zwei besonders wertvolle, gartentherapeutische „Bewegungen,
die aus krankheitsbezogenem und problemzentriertem Denken herausführen können“ (Neuberger).

Als Beispiel kann das Wiederholen im Tagesablauf oder im Jahresverlauf genannt werden. Bei der Arbeit im Garten und bei der Behandlung der Pflanzen, lernen Sie bei Wiederholung von Tätigkeiten und den veränderten Bedingungen zusätzlich einen sicheren Umgang mit Pflanzen, der sich auch auf Ihr aktuelles Leben legen lässt.

Dabei assoziiert das Wachstum der Pflanze mit dem eigenen Wachstum und der eigenen
Sicherheit und Sie erleben dabei die eigene Selbstwirksamkeit.

Wahrnehmen, sich erinnern, denken und aufmerksam sein sind u. a. Defizite bei schweren
Depressionen. Für die Lerneffekte dieser Ebene werden Pflanzen mit Aufforderungscharakter gewählt.

Ich empfehle für diesen Prozess eine mittel- oder langfristige Therapie. Auf der kognitiven Ebene (das Wahrnehmen, Denken, Erkennen betreffend) der Gartentherapie soll ein kognitives modellieren erfolgen, um dysfunktionale Kontrollüberzeugungen aber auch die ineffizienten Wünsche zu verändern, damit ein Willensempowerment zur Folge sein kann. Gartentherapie fördert das Denken
und die Orientierung.

Gartentherapie verändert die physische Fitness und verbessert den Muskelaufbau und Kondition:


Depressionen so auch rezidivierende Depressionen sind Erkrankungen des Leibes und zeigen
sich durch Einschränkungen der Gedanken, Gefühle und des Verhaltens.

Auf der körperlichen Ebene zeigen sich diese Einschränkungen durch stockende Arbeitsbewegungen und stehen stark mit Ängsten in Verbindung. Das wachsende Vertrauen in die eigene körperliche Leistung reduziert bei der gartentherapeutischen Arbeit zunehmend auch Ihre Ängste. Da der gesamte Körper bei der Gartenarbeit einbezogen ist, wird damit der gesamte Körper gefestigt Sie fühlen sich stärker als zuvor.

Bewegung in der Natur hat prinzipiell schon eine hohe Wirkung!

Alle gärtnerischen Tätigkeiten, u. a. das Rechen von Laub, Rasenmähen und das Arbeiten am Boden wie das Setzen von Pflanzen, Spaziergänge, aber auch Fußballspielen fördern die Lust an der Bewegung und stärken die Ausdauer und das Durchhaltevermögen.


Um psychisch, physisch und geistig gesund zu werden ist der therapeutische Prozess immer

ein „…Bündel von Maßnahmen“ (Petzold)



Darüber hinaus empfehle ich zur Gesundwerdung bei Depressionen:


Ausdauersport und Konditionsaufbau im Sinne der Running therapy also ein Body- Enrichment speziell für Depressive

Entspannungstechnik durch komplexe Achtsamkeit zur Unterstützung bei Schlafstörungen.

Antidepressive Medikamente - sprechen Sie mit Ihrem Psychiater/in

Förderung eines gesundheitsbewussten Lebensstils (Ernährung, Landschafts-Erfahrungen, Green-Exercises u.v.m.)

Berufliche Integration also keinen Krankenstand

Förderung der Motivation für Bildung

Förderung des kreativen Ausdrucks (Handwerk)

Förderung von Interessen, Freizeitgestaltung, z. B. Naturerleben

Verarbeitung der Krankheitserfahrung und Entwicklung eines ganzheitlich sinnvollen Lebenssinn oder Lebensabend

Reflexion der Erfahrungen mit Therapie und Hilfeagenturen aufgrund von gesunkener Motivation, da Therapie nicht gegriffen hatte

Zu tun, was im Leben zählt und im Sinne persönlicher, gemeinschaftlicher und altruistischer Haltung also der der Gemeinwohlorientierung nachgehen (ehrenamtliche Tätigkeiten).

Welche Studien gibt es zur Wirkung von Gartentherapie bei der Behandlung von Depressionen? 


"Gartentherapie verbessert das Empowerment, die Selbstwirksamkeit und den Selbstwert in folgenden Studien."



Evaluation von Kam und seinen Mitarbeitern eines Gartenbauprogramms bestätigt die Wirkung der Gartentherapie bei Depressionen.

Psychoevolutionäre Theorie von Roger Ulrich (1991), welche die stressreduzierenden Wirkungen auf den Ebenen der emotionalen, physiologischen, kognitiven und verhaltensbezogenen Reaktionen der visuellen Wahrnehmung der Natur ebenso in Bezug auf Depressionen bestätigt.

Studien aus Nacadia (2018), welche ein achtwöchiges Projekt zur Behandlung von Stress bei Depressionen initiierte.

Der Therapiegarten in Alnarp der Universität Malmö (2019), welche ebenso für die Behandlung von Depressionen bekannt sind.

Biophilia Hypothese nach Edward O. Wilson (2017)

Attention Restoration Theory nach Rachel und Stephen Kaplan

Studie „A prospective study of group cohesiveness in therapeutic horticulture for clinical depression“ aus 2008 von Gonzalez, Hartig, Patil, Martinsen und Kirkevold.

Studie „The beneficial effects of horticultural activities on patients´community skill and
motivation in a public psychiatric center“ von Wu, Chang, Hsu, Lin und Tsao aus 2008 an, welche sogar die Verbesserung der Kommunikation und die der Motivation weit über die Dauer des Programms hinaus bestätigen.

Evaluation von Clatworthy, Hinds und Camic (2013) aus den Jahren 2004-2011. Diese zeigen innerhalb dieser zehn Veröffentlichungen den Nutzen und die positive Auswirkung, sowie reduzierte Symptome durch Gartenarbeit als psychotherapeutische Intervention bei Depressionen und Ängsten hin.

Die Recherchen von Kamioka, Tsutani, Yamada, Park, Okuizumi, Honda, Okada, Park, Kitayuguchi, Abe, Handa und Mutoh (2014), bestätigen die Wirkung von Gartentherapie bei schweren Depressionen.

Bewegungstheorien u. a. nach Pretty (2004); Waibl (2013), Petzold (2009), diese heben die
moderate Bewegung in der Natur bei Angstzuständen, Unruhe und Depressionen, negativen Gemütszuständen hervor und insbesondere die Verstärkung positive Stimmungen.

 
Sollten Sie bis hier her gelesen haben, zeigt sich damit deutlich Ihr persönliches Interesse an der Gartentherapie. Dabei empfehle ich Ihnen sich an mich zu wenden zur Terminvereinbarung.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.


Ihre


Yvonne Ammar

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